Die Methoden des Wahnsinns. Heute die unglaublich sinnvolle Beschäftigung von Teilnehmern eines...

... vom Arbeitsamt verordneten Bewerbungstrainings.

Jeden Tag um 8.30 habe ich hier zu erscheinen. Dann habe ich bereits ca. 40 Minuten Autofahrt hinter mir (nicht dass es so weit wäre, aber der Münchner Berufsverkehr und die damit verbundenen Erbsen in vierrädrigen Blechbüchsen machen den Weg jeden Tag zu einem Ereignis) und komme gut gelaunt und relaxt in einen kleinen EDV-Raum mit Topmodernen Rechnern (die haben noch ein Diskettenlaufwerk - für alle jüngeren Leser: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskette ). Die Rechner sind so zugemüllt, dass sie beim aufräumen und Müll -löschen erstmal die Hufe hoch machen. Man sitzt also vor einem High-Technology-Röhrenbildschirm (der, wie ich herausgefunden habe, zu den Migräneauslösenden Faktoren zählt), drei von uns haben das Glück einer modernen Maus (ihr wisst schon, mit rad und so.) der Rest hat zwei oder drei Tasten... topmodern halt!

Mit dieser Grundausstattung ist man also bereit, Stellen zu recherchieren. Das Internet bietet eine Unzahl an Stellenbörsen, aber leider ist die Zahl der tatsächlichen Angebote dann doch etwas begrenzt. Das könnte möglicherweise mit den vorherrschenden Wirtschaftsbedingungen zu tun haben... möglicherweise. Die hektischen jungen Damen, die unseren Seminarleiter von Zeit zu Zeit vertreten, scheinen diese Tatsache aber eher der Unfähigkeit zu recherchieren respektive der diesbezüglichen Unlust zuzuschreiben. Gut, ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich denke doch, dass ich in meinen 8 1/2 Tagen hier bisher doch recht fleißig war - die geforderten 5 Bewerbungen (die man in 20 Tagen schreiben muss) hab ich jedenfalls schon überschritten.

Sucht man nun jeden Tag die einschlägigen Portale plus die Homepages möglicher Arbeitgeber ab (in meinem Fall sind das ca 25 Pages) so dauert dies ca eine bis eineinhalb Stunden. Dann ist erstmal Pause. Wenn was dabei ist, ist man noch bis zur Mittagspause damit beschäftigt, Bewerbungen zu formulieren. Mit einiger Übung wird man da ja auch schnell, und ein bis zwei Stunden reichen pro Anzeige. dann ist erstmal Mittagspause, und die langen drei Stunden von 13-16 Uhr erstrecken sich vor einem. Auf den Bildschirmen, die morgens noch fleißig die Seiten der Arbeitsagentur, StepStone oder Monster anzeigten, sieht man nun nur noch Chatfenster, Lokalisten und ähnliche Comunities, Online-Wettbüros, Spiele...
Nur wenige Glückliche haben auch nachmittags noch ne Bewerbung, an der sie feilen können.

Dieses Spiel wiederholt sich Nachmittag für Nachmittag... außer - wir haben mal wieder eine der hektischen Vertretungen, die mir persönlich immer das Gefühl vermitteln, ich wäre asozialer Abschaum. Nein, ich denke nicht dass ich das bin. Ich gebe mir wirklich Mühe, einen Job zu finden, und im Moment sieht es ja auch grade vielversprechend aus. Aber - welchen SINN macht es denn, zum vierten mal an einem Tag dieselben Joboffers zu lesen?
Inzwischen achte ich darauf, mir für solche Fälle etwas Arbeit aufzuheben. keine wichtige - aber eine, die mich beschäftigt und das Weibsvolk dazu bringt, mich in Ruhe zu lassen. Es ist traurig - aber jede Diskussion ist auch sinnlos.

23.4.09 13:26

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