die Windmühlen der Bürokratie oder... die letzen 14 Tage Teil2

Der besagte Mittwoch. Ich erscheine 10 Minuten vor dem Termin in der siffigen Eingangshalle, denn, man muss sich erst an der Info anmelden. Danach wird man von einem der Security-Jungs in die heiligen Hallen der Büros gelassen. Die Suche nach dem richtigen Büro erweist sich als etwas abenteuerlich, aber schließlich erfolgreich. Dort klopfe ich, und werde von einer Sachbearbeiterin in die Wartehalle verwiesen, sie müssten meinen „Fall“ noch besprechen und man würde mich dort abholen. Also wieder den ganzen Weg zurück. 2 Minuten später (die Besprechung kann also nicht sehr kompliziert gewesen sein) darf ich wieder hinter ihr zu dem Büro zurückdackeln.

Das Büro. Einige gut gepflegte Pflanzen, ein traurig wirkender Fisch in einem dreckigen, öden kleinen Aquarium mitsamt zweier Plastikgenossen. Zwei Schreibtische, einer ordentlich, der zweite befindet sich in einem Zustand, den meine Granma als „den reinsten Sauhaufen“ bezeichnet hätte und der meinen Ordnungssinn dazu zwingt, sich in eine Ecke zu verkriechen und bitterlich zu weinen.

Dann beginnt das Verhör. Mein Antrag wird hervorgekramt, meine Unterlagen (so schöne dinge wie kopierte Mietverträge, Kontoauszüge, Gehaltsabrechnungen, Personalausweis etc) durchgekaut. Mir wird von meiner noch in der Ausbildung befindlichen Sachbearbeiterin unter tatkräftiger Unterstützung ihrer Kollegin in mahnendem, teils drohendem Tonfall erklärt, was ich denn nun alles zu machen habe. Und was ich auf keinen Fall machen darf. Die Listen sind lang…beispielsweise muss ich, bevor ich meinen Wohnsitz verlasse, einen Antrag stellen. Einen Antrag auf Abwesenheit. Egal ob für einen Tag oder eine Woche, ob Werktag, Feiertag, Sonntag, ich hätte meine Abwesenheit zu beantragen. Und dann guggen wir mal ob das genehmigt wird. Spätestens an dieser Stelle wird es wirklich anstrengend, mein Autoritätsproblem im Zaum zu halten. Als ich dann auch noch belehrt werde, dass man mich anzeigen könne und werde, sollte ich dieses oder jenes tun (bzw. nicht tun… führt es sich auf wie ein Bulle beim Rodeo, und ich muss mich wirklich zusammennehmen, damit mir nicht eine passende Bemerkung entschlüpft. Zur Krönung des gut eineinhalbstündigen Termins bekomme ich eine Maßnahme verpasst, an der ich teilnehmen soll. Ein Bewerbungstraining. Oh ja, von denen hab ich schon so einiges gehört. Losgehen sollte es gleich am nächsten Tag, was mich den Rest des Nachmittags mit Anrufen beschäftigte. Schließlich musste ich Termine von A wie Autowerkstatt bis V wie Verabredung absagen, verschieben, erklären, erklären…

15.4.09 13:46

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